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IG Papillon
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Gentests

DNA-Tests für die Rasse

Progressive Retina-Atrophie Pap-PRA-1 (vererbtes Erblinden durch Netzhaut-Degeneration))

Seit ca. 5 Jahren steht der speziell in der Rasse entwickelte Test zur Verfügung. Die heutigen Zuchttiere sind alle getestet und frei vom Defekt-Gen mit Befund Pap-PRA1 N/N. Der Test für Papillons und Phalènes erklärt etwa 70% der Blindheitsfälle durch PRA, leider nicht 100%. Es wird darum angenommen, dass es noch einen zweiten Gen-Defekt gibt, der auch Progressive Retina-Atrophie verursacht, diesbezügliche genetische Forschungen in unserer Rasse sind in den USA im Gang.

Neuroaxonale Dystrophie (kurz NAD)

Die Hinweise auf diese erbliche neurodegenerative Erkrankung  kamen aus den USA. Papillon-Jungtiere, die von Vater und Mutter das defekte Gen geerbt haben, entwickeln Ablagerungen im Gehirn, die ab Alter von 3 Monaten zu schweren motorischen Störungen und vor dem 1. Geburtstag zum Tod führen. Vererbt wird der Gendefekt rezessiv, d.h. nur wenn beide Eltern ein normales und ein krankes Gen tragen, kann ein Jungtier befallen sein, weil es unglücklicherweise von Vater und Mutter das defekte Gen erbte.

An der Universität Philadelphia wurden Proben von den Eltern betroffener Junghunde untersucht und seit 2015 steht ein explizit für die Rasse Papillon entwickelter Gen-Test bezüglich NAD zur Verfügung. Wir Züchter haben die Blutproben von 60 Zuchttieren beider Varietäten bei LABOKLIN untersuchen lassen. 55 ehemalige und jetzige Zuchttiere tragen das NAD-Gen nicht und wurden mit N/N getestet. Gefunden wurden 5 Träger des NAD-Gens. Hier der Bericht dazu:

Neuroaxonale Dystrophie, kurz NAD

Wer in Google diesen medizinischen Fachbegriff sucht, findet rasch den Hinweis, dass dies eine vererbte Erkrankung ist, die nicht nur bei Hunden auftritt, sondern auch beim Menschen etwa die gleichen Symptome verursacht: Neugeborene oder Kleinkinder, d.h. Welpen und Junghunde, die durch eine abnorme Eisenspeicherung im Gehirn zunehmend Behinderungen entwickeln und früh sterben. Bei uns wurde bisher nie ein kranker Junghund geboren, doch wir wussten vom Problem durch Berichte aus den USA und Japan seit etwa 5-6 Jahren.

Für die Papillons und Phalènes steht seit 2016 ein Gen-Test zur Verfügung, der Aufschluss gibt, ob ein Zuchttier diese tödliche Krankheit vererbt oder nicht. Die Vererbung erfolgt verdeckt (man nennt das „rezessiv“), d.h. beide Eltern sind gesund, tragen aber verdeckt ein verändertes Gen, das zum Ausbruch von NAD führt, wenn ein Welpe von beiden Eltern statt das normale das veränderte, schadensverursachende Gen geerbt hat. Die genetische Veränderung liegt beim Papillon und Phalène auf dem gleichen Gen wie bei uns Menschen: es liegt eine Mutation auf dem PLA2G6-Gen vor. Wenn man weiss, welche Genveränderung zum Defekt führt, ist es möglich, die Zuchttiere zu testen und sicherzustellen, dass  keine kranken Welpen geboren werden.

Wenn in einer Rasse ein genetischer Defekt bekannt ist, dem man mit Gen-Test auf die Spur kommt, müssen die Züchter diese Chance nutzen. Darum wurden nun im Februar die Blutproben von 60 Papillons und Phalènes, die Nachkommen hatten oder haben sollen bei LABOKLIN SCHWEIZ untersucht. Da nie ein NAD-Fall bei uns aufgetreten ist, hofften wir, unsere alten Zuchtfamilien seien frei von diesem Gendefekt und der Test nur nötig für die neuen Importe der letzten Zeit. Aber sicher ist sicher! Darum wurde auch der Untersuch der „alten“ Blutproben beschlossen, denn LABOKLIN bewahrt die eingeschickten Blutproben 5 Jahre auf. Die 60 Tests betrafen Papillons mit Jahrgang 2007-2018.

Gut dass wir testen liessen!

Die Ergebnisse haben uns sehr überrascht. Die gute Nachricht ist: Unsere 19 Importhunde mit Jahrgang 2007 bis 2018 sind alle NAD-frei mit Testbefund N/N. Die Züchter der IG haben in den letzten 12 Jahren den Gendefekt nicht importiert. Weniger gut ist die Tatsache, dass 3 in der Schweiz geborene Deckrüden mit Jahrgang 2007, 2008 und 2014 sich im Test als NAD-Träger erwiesen mit Befund N/NAD. Sie sind selber gesund, doch die Hälfte ihrer Söhne und Töchter dürften auch wieder Träger sein. Bisher haben wir zwei Nachkommen des Rüden von 2007 gefunden, die wie der Vater Träger sind. Das ist problemlos, weil der ganze übrige Zuchtbestand frei vom Problem ist und man dank Tests die Weiterverbreitung verhindern kann. Zum Glück haben die sogenannten „Träger“ mit Gentest-Befund N/NAD keinerlei Probleme aus dem einzelnen vererbten Gen aus der Vaterlinie. Wir haben nur die Ergebnisse der Zuchttiere der IG Züchter. Daraus lässt sich die Herkunft des NAD-Defektgens aus einem gemeinsamen männlichen Vorfahren ableiten/vermuten:

Vermutete Vererbung des autosomal rezessiven Defetgens  Neuroaxonale Dystrophie

 

1. Generation

 Import-Rüde A,  kein NAD-Testergebnis bekannt

 

         ♦|

          ♦           ♦  

2.Generation

Sohn B       Test N/NAD =Träger

Sohn C         kein Testergebnis bekannt

Sohn D          kein Testergebnis bekannt

Sohn E                     Test N/N     kein Träger

           ♦          ♦          ♦  

3. Generation

Enkel F     Sohn von B, N/NAD = Träger

Enkel G          Sohn von C, N/NAD = Träger

Enkel H       Sohn von D, N/NAD = Träger

 
3. Generation

Enkelin J    Tochter von B, N/NAD = Träger

     
   
       

Die Testergebnisse haben überrascht, doch positiv ist, dass wir künftig durch Zuchtselektion sicherstellen können, dass keine betroffenen Junghunde geboren werden und das unerwünschte NAD-Gen aus unserer Zuchtpopultion verschwindet.

DNA-Tests, die nicht speziell für die Rasse entwickelt, aber verfügbar sind

Blutgerinnungsstörung „Van Willebrand-Disease Typ 1“

Es kam Verdacht auf, dass die bei vielen Rassen verbreitete Blutgerinnungsstörung Van-Willebrand-Syndrom Typ 1 in den Papillons sein könnte. Die Züchter der IG haben 30 Zuchttiere testen lassen und nur einen einzigen, schon vorher erkannten Importhund als Träger gefunden. In der einheimischen Schweizer Population scheint es effektiv keine Probleme mit der Blutgerinnung zu geben. Der Test ist nicht speziell für die Rasse entwickelt, soll aber zuverlässig sein.

 

Genetische Tests – wie man sie nutzt

Papillons gehören zu unserem Leben und zur Familie. Wir ziehen unsere Welpen in Wohnung und Garten „eigenhändig“ mit Liebe und Sachverstand auf, engagiert und mit offenen Augen für ihre Veranlagungen. Vitale und nachweisbar langlebige Zuchtlinien sind wichtig, was heisst, dass sie auch bezüglich Vererbung „gesund“ sein müssen.

Wir wissen heute, dass es in Mensch und Tier zahlreiche vererbte Gen-Defekte geben kann. Die heutige Molekulargenetik erlaubt es uns Züchtern, in unseren Zuchttieren nach Entnahme von Blutproben durch den Tierarzt mittels Tests einen kleinen Einblick zu nehmen in die Gene, die erkannte Defekte verursachen können.

Gemeinsam haben wir in der IG Züchter im Jahr 2016 mehr als 30 Zuchttiere auf vier verschiedene erkannte genetische Defekte getestet, darunter auch die Blutgerinnungsstörung Van Willebrand-Disease Typ 1. Kein einziges in der Schweiz gezüchtetes Zuchttier ist Träger dieses Defektes. Die vorliegenden Testbefunde ermöglichen, durch gezielte Anpaarung das Auftreten der bekannten Erbkrankkeiten zu verhindern.

Auch bei den andern 3 Erbkrankheiten, die wir testen liessen, nämlich Degenerative Myelopathie (Rückenmarkserkrankung des älteren Hundes), Maligne Hyperthermie (führt zu Problemen bei Narkosen) und Hyperurikosurie (Stoffwechselstörung,führt zu Blasensteinen) ist in unseren Zuchttieren kein Tier mit dem genetischen Defekt festgestellt worden. Wir sind glücklich und stolz auf unsere erbgesunden Zuchttiere, die alle bezüglich dieser Krankheiten von Laboklin mit N/N befundet wurden. Aus diesem Grund besteht in den nächsten 3-5 Jahren kein Bedarf, diese Krankheiten erneut zu testen.

Tests ermöglichen die Elimination von Defektgenen ohne Verlust der Zuchtlinie.

Papillons und Phalènes sind relativ eng gezüchtet, wenn man die Abstammung über 10 Generationen betrachtet. 10 Generationen sind 1022 Einzeltiere. Die Annahme, es wären so viele verschiedene Vorfahren, trifft bei Rassezucht nicht zu. Das Pedigree-Programm Dog-Cloud sagt für unsere Papillons und Phalènes, dass sie im Allgemeinen nur etwa 400 bis 500 verschiedene Vorfahren haben, weil einzelne Ahnen – meist bekannte Ausstellungshunde – mehrfach bis vielfach vorhanden sind. Wenn ein einzelner Vorfahre in einem Hund etwa 300-mal in 10 Generationen vorkommt, besteht das Risiko, dass ein zufälliges defektes Gen, das er vererbte, in einem der Nachfahren von Vater- und Mutterseite vorhanden ist, sodass es „herausmendelt“. So ist es wohl passiert mit dem nun identifizierten Pap-PRA-1-Gen und auch mit NAD, das bei PennGen identifiziert wurde und zu neurologischen Ausfällen bis zum Tod des jungen Hundes führt..

Die von der Molekulargenetik mittels DNA-Sequenzierung erarbeiteten Gen-Tests sind nicht dazu da, ganze Zuchtfamilien zu eliminieren, weil sie das getestete krankmachende Gen in 1-facher Kopie tragen (tragen sie 2 Kopien, werden sie erkranken und dürfen keine Nachzucht haben). Das Vorgehen soll sein:

  • Bei verfügbarem Gentest werden alle Zuchttiere getestet.
  • Hunde mit Befund N/N haben keine Beschränkungen bei der Partnerwahl.
  • Träger eines unerwünschten Gens (z.B. N/Pap-PRA-1) werden gezielt nur an getestete Hunde mit Genotyp N/N angepaart.
  • Der daraus resultierende Wurf wird vom Tierarzt in jungem Alter durch Mikrochip gekennzeichnet und gleichzeitig die Proben (EDTA-Blut oder Schleimhautabstrich) vom Tierarzt entnommen.
  • Wenn nach 2-4 Wochen die Befunde der DNA-Tests vorliegen, wählt der Züchter für die Weiterzucht einen Welpen mit Genotyp N/N aus, der das unerwünschte Gen Pap-PRA-1 sicher nicht trägt.
  • Vorhandene Träger-Welpen können als Privathunde abgegeben werden, denn sie werden nie erkranken, können so aber auch nicht ihr Pap-PRA-1-Gen weitervererben.

Bereits ab Alter 4 Wochen kann man Welpen aus Verpaarung Träger x Nichtträger beim Tierarzt mit Mikrochip kennzeichnen und Probematerial für den DNA-Test entnehmen lassen.

Das Ergebnis ermöglicht die Weiterzucht der Linie mit  einem Nachkommen ohne das unerwünschte Gen.

Auf diese Weise kann man wertvolle Linien erhalten und das unerwünschte Merkmal mittels Gen-Test daraus eliminieren. Tatsache ist, dass in manchen Rassezuchtvereinen die Tendenz besteht, erkannte Trägertiere von der Zucht auszuschliessen. Das ist nur dann möglich, wenn es einen DNA-Test für das Merkmal gibt. Wenn dieser rassespezifische Test aber vorhanden ist, muss man die Trägertiere nicht ausschliessen, sondern verlangen, dass sie nur an getestete Nicht-Träger (Genotyp N/N) angepaart werden dürfen. Exakt wie bei der Merle-Zucht, wo dieses Vorgehen seit Jahrzehnten etabliert ist.

Seriöse Züchter orientieren sich regelmässig zeitnah an der aktuellen Forschung in der Kynologie und erhalten Informationen von entsprechenden, auf Tiere bezogenen Forschungsinstituten (http://www.genetics.unibe.ch/forschung/index_ger.html) oder der Albert-Heim-Stiftung http://albert-heim-stiftung.ch/  sowie im Ausland z.B. beim Papillonclub of America, der genetische Forschung in der Rasse fördert: http://www.pcagenetics.com/enter.html